Am 12.09.2017 wurde die „Verkostungsformel“ erstmals in der Praxis getestet:

Durchgeführt wurde eine „Schwarzglasverkostung“ mit geschwärzten Probegläsern, bei denen 4 Probanden (P=4) die Aufgabe hatten, 5 kommerziell erhältliche Biersorten (T=5) nach Geschmack/Geruch zu unterscheiden und entsprechend in Gruppen zusammenzufassen. Von jedem Typ (T) standen grundsätzlich 6 Flaschen (x=6) zur Verfügung, von einem Typ jedoch nur 4 (x=4). Insgesamt musste also jeder Proband 28 Flaschen (24+4) verkosten. WICHTIG: Die Probanden kannten weder die „Typenzahl“ (T), noch die zu verkostenden Biersorten, noch den „Multiplikator“ (X)! Sie hatten lediglich 28 anonymisierte Bierflaschen vor sich……

Die „Anonymisierung“ der 28 Flaschen: Die Flaschen wurden durchmischt und gut lesbar von 1-28  durchnummeriert. Dann wurde der „Bierschlüssel“ erstellt (welche Nummer ist welcher Biertyp ?) und die Etiketten entfernt. Anm.: Da die Probanden zum Testen nur sehr kleine Biermengen benötigen (1/2 Flasche reicht für 4 Probanden), kommt man bei x=6 auch mit 3 Flaschen pro Biertyp aus. Die Flaschen werden dann – wie oben beschrieben – von 1-14 durchnummeriert und jeder Flasche werden 2 willkürliche Zahlen von 1-28 zugewiesen. Dies gibt dann einen „Ausschenkschlüssel“, der den Zureichern sagt, welche Probenummer (1-28) in welcher Flasche (1-14) ist. Den „Ausschenkschlüssel“ als Tabelle in Papierform brauchen die Zureicher, um korrekte Zahlen auszuschenken.

Die „Verkostung“: Die Probanden sitzen mit dem Rücken zur Schank und haben jeweils 3 geschwärzte Probiergläser und Schreibzeug mit Papier vor sich. Der Proband nennt eine Zahl zwischen 1-28. Der dahinterstehende Zureicher schaut (bei der o.g. „1-Flasche-2-Zahlen-Methode“) auf den „Ausschenkschlüssel“, welche Flasche dieser Zahl entspricht und schenkt (hinter dem Rücken des Probanden) ein. Der Proband legt nun Gruppen mit Zahlen an, die seinem Empfinden nach gleich/ähnlich schmecken. Durch die 3 Gläser pro Proband sind direkte Vergleiche möglich – man kann sich auch mehrmals von einer Zahl einschenken lassen……! Am Tisch stehen „Ausleerschalen“, Wasser und Schwarzbrotstückchen zur Verfügung. Am Ende sollte jeder Proband alle 28 Zahlen durchgekostet und in eine seiner angelegten Vergleichsgruppen zugeordnet haben.

Die „Auswertung“: Es liegen nun 4 Zettel vor, mit den von den Probanden angelegten Zahlen-Gruppen. Im Praxistest hat sich aber gezeigt, dass der „Multiplikator“ (x) sehr schwanken kann: Eine Zahl kommt 2 mal vor, bei einigen Flaschen (betrifft dann 2 Zahlen) ist das Bier vorzeitig ausgegangen, der Zureicher hat sich bei der Zahlenzuordnung geirrt….usw. Aus diesem Grunde musste die ursprüngliche „Verkostungsformel“ (bei der der Multiplikator „x“ für alle Typen als gleich angenommen wurde), um einen zusätzliche Faktor „Erweiterungsfaktor“ (EWF) erweitert werden. Die so erhaltene Formel ist also auf jeden Fall verwendbar, egal wie groß das „x“ für die einzelnen Biertypen (T) ist.

Bisherige „Verkostungsformel“: UG(A/B)% = UF(A/B)*EF(A)*100

bzw.

UG(A/B)% =[(n(A)-n(B))/s(A/B)]*(n(A)/(2x-s(A/B))*100

 

Die neue „Erweiterte Verkostungsformel“:

UG(A/B)% = UF(A/B)*EF(A)*EWF(A)*100

bzw.

UG(A/B)% = [(n(A)-n(B))/s(A/B)] * [n(A)/(x(A)+x(B)-s(A/B)] * [x(B)/(s(A/B)+n(B))] * 100

(EWF(A)= „Erweiterungsfaktor“ für A)

 

Die Auswertung der Verkostung mit der „Erweiterten Verkostungsformel“: Auswertung „UNI-Verkostung“