Die erst kürzlich an dieser Stelle erstmals vorgestellte „Verkostungsformel“ UG(A/B)% = UF(A/B)*EF(A/B)*100 bestand grundsätzlich aus 2 Teilen: Dem „Unterscheidungsfaktor“ (UF) und dem „Erkennungsfaktor“ (EF). 

Sie hat sich im ersten praktischen Test (eine „Schwarglasverkostung“ mit 4 Probanden und 5 zu unterscheidenden Bier-Typen) auch bestens bewährt, es zeigte sich bei der Auswertung aber eine Schwachstelle: Die Formel setzte voraus, dass alle Probanden von jedem Typ die selbe Anzahl an Proben verkosteten (der „Multiplikator“ x ist für alle Probanden gleich). Dies ist aber in der Realität NICHT der Fall! (Manche Probanden „vergessen“ einfach eine Probe zu kosten. Bei 5 Typen T=5 und einem „Multiplikator“ von x=6 handelt es sich immerhin um 30 zu verkostende Proben….. Es kann die eine oder andere Probe eines Typs ausgehen – z.B. die Flasche fällt um. Es kann passieren, dass ein Proband eine Probe 2x getrennt verkostet und in seine Gruppen einträgt…usw.)

Die nun neu entwickelte „Erweiterte Verkostungsformel “ UG(A/B)% = UF(A/B)*EF(A/B)*EwF(A/B)*100 wurde um den Faktor „EwF(A/B) erweitert und trägt dem Umstand der gegebenfalls unterschiedlichen x-Werte pro Proband Rechnung. Sie liefert zufriedenstellende Ergebnisse, auch wenn von den Probanden (warum auch immer) unterschiedlich viele Ergebnisse zu den einzelnen Biertypen zur Auswertung gelangen.

Um die rechnerische Auswertung mit dieser eher „komplizierten“ Formel so einfach wie möglich zu gestalten, wurde zusätzlich eine „Auswertemaske“ auf EXCEL-Basis kreiert. Der Auswerter braucht in die Maske lediglich die Anzahl der einzelnen Biertypen pro Auswertegruppe einzugeben und binnen ca. 5 Minuten liegt das Endergebnis vor!

 

Das Prinzip

Die Blindverkostung: Siehe den Beitrag „Die „Verkostungsformel: 1.Praxistest und Erweiterung der Formel“

Die Formel

Die Auswertemaske (EXCEL)

Die Handhabung der Maske

Eine Beispielauswertung

 

Anmerkung 1:

Es folgen nun mehrere weitere „Blindverkostungen“ die zeigen sollen, wie reproduzierbar und vergleichbar die von dieser Auswertemethode gelieferten Ergebnisse bzgl. der Unterscheidbarkeit von Biertypen sind. Es wird davon ebenfalls an dieser Stelle näher berichtet werden…..

Anmerkung 2:

Die Entwicklung dieser „Verkostungsformel“ wurde notwendig, da sich die bei der Evaluierung der zwei Verkostungen zum „Ketzerischen Experiment“ (Obergärig versus Untergärig) verwendeten Formeln als unzureichend erwiesen haben. Dieses „Ketzerische Experiment“ wird – wie angekündigt – ebenfalls demnächst in grösserem Umfang wiederholt und mit Hilfe dieser neuen Formel evaluiert werden.

Anmerkung 3:

Zumindest bei den hier vorgestellten “theoretischen“ Betrachtungen dieser Formel hat sich gezeigt, dass es für ein sinnvolles Ergebnis sehr wichtig ist, dass der „Multiplikator“ x mindestens zwischen 6 ≤x ≤10 liegen sollte (x war bei den Testungen zum „Ketzerischen Experiment“ mit x=2 bzw. x=3 viel zu klein….!). Für die Anzahl der zu unterscheidenden Typen T scheint es aus rein „praktischen“ Gründen hingegen sinnvoll zu sein, wenn T nicht größer 5 ist. Die Zahl der Probanden hat nur auf die „Signifikanz“ der Ergebnisse einen Einfluss und scheint in der Formel selbst nicht auf, sie wird aber ebenfalls aus „praktischen“ Gründen so zwischen P=4 und P=8 liegen…..