1. Ich braue für MICH, weil ich endlich das Bier trinke, das mir wirklich schmeckt und mir das Brauen Spaß macht! (Dass ich damit auch meinem gesamten Bekannten- und Freundeskreis Freude bereite, ist ein schöner Nebeneffekt)
  2. Spaß macht es mir nur dann, wenn es mit einfachsten Mitteln (billig), in vernünftiger Zeit (1 Brauvorgang darf nicht länger als 1 Tag dauern) und mit für mich interessanten wissenschaftlichen Erkenntnissen verbunden ist (ich bin Chemiker!!!).
  3. Das Endprodukt (derzeit immerhin ca. 35-38 Liter pro Brauvorgang!) wird grundsätzlich NICHT verkauft, sondern – da für mich alleine viel zu viel – an mein Umfeld verschenkt (siehe Pkt.1). Absatzschwierigkeiten hab ich keine – ich komm mit dem Brauen kaum nach……. (Derzeit kostet mir die Produktion von 1 Flasche Bier im Schnitt ca. 20-25 Cent – natürlich meine Arbeitszeit nicht eingerechnet….). Es gibt genug Feiern, Besprechungen, Grillabende, meine Bundbrüder (Schlagende Burschenschaft OLYMPIA-Wien), meine Kollegenschaft an der Universität-Wien (Fakultät für Chemie), meine beiden Söhne mit all ihrem „Anhang“……usw., um sicher zu sein, dass das von mir gebraute Bier oft schon weg ist, bevor die Nachgärungsphase in den Bügelflaschen überhaupt erst richtig abgeschlossen ist……..
  4. Seit ich Bier braue, hab ich unglaublich viel Interessantes dazugelernt (Auch mit 60! Auch als Uni-Chemiker!) Ich habe erst im Sommer 2016 mit einem ganz einfachen „Brau-Set“ für 10 Liter angefangen. Hab immer wirklich gerne Bier getrunken aber wie es genau gemacht wird? Keine Ahnung! Musste also das „Brauset“, das mir meine Söhne zum 60er geschenkt haben ausprobieren, sonst wären sie ja beleidigt…..! Ich kann nur jedem raten, der überlegt so ein „Für-Sich Haus-Brauer“ zu werden wie ich, den Einstieg mit einem Fertig-Brauset zu beginnen. Und sich gleich von Anfang an ein „Einstiegs-Buch“ zu kaufen, um sich dann schrittweise emporzuarbeiten. Für mich hat sich von allen (und ich habe mir wirklich viele besorgt!) das Buch von Klaus Kling „Bier selbst gebraut“ bestens bewährt!
  5. Die enorme Vielfalt an Bier-Variationen als Anreiz zum experimentellen Bierbrauen: Im Gegensatz zum Wein-Kelteren ergeben sich beim Brauen hochinteressante Möglichkeiten, das Bier letztendlich so zu gestalten, wie man es sich vorstellt – oder man lässt sich eben „überraschen“ was dabei rauskommt. Ob es nun ein „Pils“ wird, ein „Märzen“, „Export“, „Spezial“ oder ein typisches „Alt“, ob es ein typisches „Inselbier“ wird, wie z.B. „Ale“, „Stout“, „Pale Ale“ oder vielleicht ein „Weissbier“ – all das kann man ohne große Probleme nach gutem Rezept mit einfachsten Methoden selbst machen. Und genau DIESE EINFACHSTEN METHODEN möchte ich kritisch anwenden, ausprobieren und meine Erfahrungen als „Anfänger“ an andere interessierte „Anfänger“ weitergeben – fernab von Kupferkesseln, Edelstahlgebinden, elektronisch gesteuerten Heizungen, Kühlaggregaten, Rührwerken……. usw. usw.! Hat man es einmal geschafft, die eben erwähnten „Standard-Typen“ so nachzubrauen, dass sie dem käuflichen „Ideal“ ziemlich nahe kommen (oder dieses sogar noch übertreffen?), beginnt man automatisch mit verschiedenen Hefe-Typen, Hopfensorten, Malzarten usw. zu experimentieren. Es ist dann fast wie eine Sucht! Und jedes dieser Biere ist auf seine Weise einzigartig: Ob malzig, bitter, fruchtig oder hopfig, manchmal absolut perfekt – manchmal durchschnittlich – manchmal wirklich grauslich!
  6. Fast schon konfuzianisch! „Mit dem Wissen kommt das Interesse!“
  7. SALUTE! und PROST!